Samstag, 29. März 2008

CCC publiziert die Fingerabdrücke von Wolfgang Schäuble -


Mit einer spektakulären Aktion protestiert der Chaos Computer Club (CCC) gegen die fortschreitende Verwertung biometrischer Daten. In der aktuellen Ausgabe der Clubzeitschrift Die Datenschleuder veröffentlichen die Hacker den Fingerabdruck von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble.

Die Hacker wollen sich damit gegen die zunehmende Erfassung biometrischer Daten zur Wehr setzen. Besonders die Speicherung der Fingerabdrücke im E-Pass stößt dem CCC übel auf. "Wir wollen mit der Veröffentlichung ein warnendes Zeichen setzen", erklärt CCC-Sprecher Dirk Engling gegenüber heise online. Fingerabdrücke seien nicht so sicher, wie die Politik behauptet, erklärt Engling: "Sie gehören in keine sicherheitskritische Anwendung – und erst recht nicht in den E-Pass."
heise-meldung
CCC-Datenschleuder

SCHÄUBLE ZU KLAU-AKTION

"Meinen Fingerabdruck kann jeder haben"

Provokation gegen den Innenminister: Wolfgang Schäubles Fingerabdruck ist durch eine Aktion des Chaos Computer Clubs ab sofort öffentlich und beliebig kopierbar. Jetzt äußert sich der CDU-Politiker - und gibt sich gelassen: Er habe doch "nichts zu befürchten".

http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,544271,00.html

1000 britische Pfund für die Fingerabdrücke des britischen Regierungschefs

Die Aktion des Chaos Computer Clubs (CCC), den Fingerabdruck und eine Folie zur Herstellung eines vorgetäuschten Fingerabdrucks von Bundesinnenminister Schäuble zu veröffentlichen, haben nun auch britische Bürgerrechtler aufgegriffen. No2ID und Privacy International bieten 1000 Pfund (1260 Euro) für die Fingerabdrücke des britischen Ministerpräsidenten Gordon Brown oder die der Innenministerin Jacqui Smith. Die beiden Organisationen haben ein klassisches "Wanted"-Poster auf ihren Webseiten veröffentlicht, auf dem sie die Politiker der Verschwörung und des Identitätsdiebstahls bezichtigen. Damit soll nach der "großartigen Aktion" des CCC auch in Großbritannien die Aufmerksamkeit der Politiker auf die bedenkliche Sammlung biometrischer Identifikationsmerkmale und auf die damit beabsichtigte "Unterminierung des Rechts auf den Besitz der eigenen biometrischen Merkmale und die Kontrolle über diese" gerichtet werden.

http://www.heise.de/newsticker/1000-britische-Pfund-fuer-die-Fingerabdruecke-des-britischen-Regierungschefs--/meldung/106094

4 Kommentare:

handycode2000 hat gesagt…

31. März 2008 10:28
Schäuble ist nun mal Laie...
Z (mehr als 1000 Beiträge seit 16.06.00)

Anstatt sich bei dieser Gelegenheit endlich damit zu befassen, dass
biometrische Merkmale nur begrenzt verfügbar sind und der ePass reine
"Datenverschmutzung" ist, hält er an seiner grenzdebilen
Überwachungsromantik fest.

Der Mann ist und bleibt vollkommen ahnungslos und inkompetent. Bevor
nicht seine anderen 9 Finger auch veröffentlicht werden und in
polizeilichen Ermittlungen auftauchen, wird er sich weiterhin
vorsätzlich dumm stellen, weil das für ihn nun mal finanziell
lukrativ ist.

MFG/Z

handycode2000 hat gesagt…

31. März 2008 9:49
Danke CCC dafür bekommt ihr wieder eine Spende von mir.
alles_wird_gut (5 Beiträge seit 05.09.07)

Danke jungs !!!!
Ihr seit super....
Wenigstens gibt es noch eine habd voll, die sich nichts gefallen
lassen.... !!!
Die meisten hier im Forum & CT Leser sind alle viel zu faul und
lassen alles schön über sich ergehen....
Immer schön kuschen ne' kenn' ich doch....
Diese Weicheier
P.S. ich bin nicht aktives Mitglied im CCC.

handycode2000 hat gesagt…

31. März 2008 9:38
Wenn sowas Allgemeinwissen wird...
maxip7 (60 Beiträge seit 03.05.06)

...was sind dann noch Fingerabdruecke am Tatort als Beweis Wert ?

handycode2000 hat gesagt…

31. März 2008 9:56
"Mein Fingerabdruck ist kein Geheimnis [...]. Ich habe nichts zu befürchten." (Editiert vom Verfasser am 31.03.2008 um 10:14)
The One True God (mehr als 1000 Beiträge seit 05.04.07)

Zu dem Thema gibt's ne *Menge* zu sagen.

Fangen wir mal bei Schäuble an: Nein, der hat in der Tat nichts zu
befürchten. Jeder "kennt" ihn ja. Das Bewusstsein der Bevölkerung und
auch seine politische Position schützen ihn vor Verdächtigungen. Und
sollte man den Fingerabdruck mal auf einer Feuerleiter finden, weiß
man ebenfalls, dass Schäuble das wohl nicht selbst war, denn er kann
ja nicht klettern.

Schäuble ist also fein raus was Identitätsmissbrauch angeht.

Darüberhinaus: War da nicht mal was von wegen 100.000 DM, die er
irgendwie so angenommen hatte? Wie war denn das noch? Falls da
wirklich was gewesen wäre, könnte man sagen: In der Tat. Er hat
*nichts* zu befürchten.

Aber du und ich sind da nicht so fein raus. Und das ist der Punkt, um
den es geht, und den Schäuble hier auch schön ignoriert. Er könnte ja
mal netterweise drauf eingehen, wenn er vom Thema Ahnung hätte bzw.
*für* die Bevölkerung arbeiten würde.

Wenn man meinen Fingerabdruck im Zusammenhang mit einem Verbrechen
findet und dann aufgrund irgendeiner "Niemand hat vor,
..."-Annulierungs-Entscheidung mal die ePass-Datenbank durchsucht
wird, dann werde ich leider *nicht* sagen können, dass ich nichts zu
befürchten habe. Es würde nicht folgenlos für mich bleiben. Selbst
wenn ich, wie Schäuble das ja wohl täte, sagte, dass der
Fingerabdruck auch von jemand anderem dort angebracht worden sein
kann.

Und was ist mit Massen von Abdrücken am Tatort? Da wird wohl auch
bald jemand eine Lösung finden. Standard-Handschuhe mit feinsten
Poren, auf die man dann komplette Handabdrücke aufbringt. Durch die
Poren kommt irgendeine geeignete Art von Fett. Das ist keineswegs
utopisch.

......................

Die Katze ist aus dem Sack. Der Fingerabdruck zählt nichts mehr. Man
kann ihn als Indiz mit in die Waagschale werfen oder damit überhaupt
erst einen Täter finden - aber z.B. als verlässliches
Identifikationsmerkmal hat er wohl ausgedient. Denn durch das
verstärkte Aufkommen der Biometrie ist das Nehmen eines
Fingerabdruckes, die Durchsuchung einer Datenbank nach diesem, das
Herstellen einer Attrappe, keine Science Fiction mehr, die man
staunend in TV-Krimis erlebt.

Durch den ePass ist außerdem letztendlich eine Datenbank der
Fingerabdrücke der Bevölkerung entstanden. Irgendwann latscht mal
wieder einer mit ner Festplatte aus ner Behörde raus, und dann war's
das. Ist ja in der Vergangenheit schon mehrmals passiert. Und selbst
wenn es noch nicht passiert wäre, könnte es sein. Wenn ich mir mal
die Terroranschlags-Denke ausleihen darf.

Biometrische Merkmale sind unveräußerlich und können nicht geändert
werden wie ein Passwort.

Die Biometrie ist tot. Bzw. stirbt sie dadurch, dass sie zu leben
beginnt. Da ist letztendlich nichts mehr zu holen. In ein paar Jahren
stimmt das.